Gekritztes Geschiebe II. Aus der Serie EIS.stein

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  • Gekritztes Geschiebe II. Aus der Serie EIS.stein

    Überarbeitete und verlängerte Fassung
    im Rahmen von Raw Matters, 20.1.2014, Schikaneder Kino.
    Wiederaufnahme im Rahmen von Diversity Slam, 7.4.2014, off Theater Wien

    Konzept/Choreographie/Performance/Sound: Andrea Nagl
    Video: Andrea Nagl koop. Markus Wintersberger
    Musik/Video: Joh. Sebastian Bach: Ich ruf´zu Dir, Herr Jesus Christ, BWV 639, Interpretation: Anne Queffélec

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    Die potenzierte Präsenz des Gletschers durch seine Nicht-Präsenz in der Moränenlandschaft oder dem Trogtal
    Der blinde Fleck
    Die Abstraktion der Erinnerung

     ———————————Moränenlandsch IMG_3988_kl72dpi Moränenlandschaft Hohe Tauern/Eissee (2013)

    “Gekritztes Geschiebe” bezeichnet in der Geographie das Gesteinsmaterial, das von einem Gletscher transportiert wurde. Durch die Bewegung des eingefrorenen Steines über dem harten Untergrund entstehen  charakteristische “Gletscherschrammen”, Kritzer, er wird zu “gekritztem Geschiebe”.

    Gekritztes Geschiebe ist der 3. Teil der Serie EIS.stein. Dem Bühnenstück EIS.stein, das sich mit dem Abschmelzen der Gletscher beschäftigt sowie eine biographische Aufarbeitung der eigenen Vaterbeziehung ist (UA April 2012, AAR), folgte die Videoinstallation EIS.stein Hohe Tauern 2012  (koop. Markus Wintersberger), eine Reproduktion und Transformation, eine Rückführung der Bühnenversion in die Realität der Bergwelt.
    So wie Moränenschutt die Geschichte und Erinnerung verlorener Zeiten in sich trägt, versucht die Performance Gekritztes Geschiebe in abstrakter Form kinetische und emotionale Erinnerungen aus dem choreographischen Recherche- und Produktionsprozess zu EIS.stein sowie den Dreharbeiten zu EIS.stein Hohe Tauern 2012 zu nutzen, um daraus Bewegungsvokabular zu entwickeln – Welche haptischen Eindrücke von Gletschereis sind noch im Körper gespeichert? Wie bewegt sich der Körper zum geographischen Fachbegriff “gekritztes Geschiebe”? … Das subjektive Entsetzen über Umweltzerstörung, die Wut über die Ignoranz der Menschheit, die aus bloßer Gier und Gleichgültigkeit die Erde erbarmungslos ausbeutet, wird in eine “vollkommen abstrakte” und amorphe Form der Bewegungssprache gefüllt, die weitgehend keine offensichtlichen Schlüsse über ihre konkrete Aussage offenbart. Alles ist Assoziation.
    Erst die dem physischen live Teil der Performance folgende Kurzfassung des Videos EIS.stein Hohe Tauern 2012 (ca. 3:30 min.) zur Kantate “Ich ruf´ zu Dir, Herr Jesus Christ” von Johann Sebastian Bach gibt die emotionale Übersetzung des neutral getanzten Solos preis und verweist auf die Verzweiflung über das rasante Abschmelzen der Gletscher. Das virtuelle Bild bleibt mit spiritueller Musik zurück, während die Tänzerin den Raum verlässt.
    Die Überlagerung der live Aktion durch das virtuelle Abbild verweist auf den Verlust der Erinnerung in Folge des Verschwindens der Wahrnehmung. Nur noch Bilder bleiben zurück, die, wenn sie älter als das digitale Zeitalter sind, meist unscharf und verschwommen von Diabildern digitalisiert wurden.

    Weitere Infos: Gekritztes Geschiebe

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    Fotos Schikaneder: Michel Nahabedian
    Fotos off Theater: Ingrid Chladek

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    © Andrea Nagl 2014

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