Tanz mit der Schafsfrau

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  • Das Lamm und der Wolf oder Tanz mit der Schafsfrau. Aus der Serie “Kein Wässerchen trüben können” oder “Der Wolf findet leicht eine Ursache wenn er das Schaf fressen will”

    Performative Intervention und “Tanz mit dem Schaf” im Rahmen des Symposiums “PET SOUNDS”,
    5. Juli 2014, Brunn am Walde
    Nagl ~ Wintersberger 2014

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    Andrea Nagl nimmt mit den Schafen Kontakt auf, versucht in emotional-energetische Interaktion mit den Tieren zu treten. Die Tänzerin und Forscherin trägt in einem erweiterten Feldforschungslabor, an der Schnittstelle von Natur und Kultur, eine Schafs Maske und versucht sich dadurch in eine visuelle Erkenntnislogik zu imaginieren. Die Forscherin als Schafsfrau vermischt sich in der Auseinandersetzung mit den Schafen zu einer mythologischen Begegnungsfigurine und verwischt visuell die Begrenzungen der eigenen Identität im Anderen. Mit Maske verfremdet sich die Performerin und findet gleichzeitig ohne Umwege zu einem archaischen Bewusstseinsabdruck. Markus Wintersberger begibt sich mit einer Wolfs Maske in das Schafs Gehege. Auch er inszeniert sich als kollektive Erinnerungsspur aus der Symbolik des Märchens bis hin zu den Traumdeutungsversuchen von Sigmund Freud im Bild Miteinander aus Schaf und Wolf. Die “Sitzungen” werden von Markus Wintersberger und Andrea Nagl Mittels Foto und Video Kamera festgehalten. Die so gewonnenen Einzelbilder und Videos werden in das Symposium PET SOUNDS in Form einer Bewegtbild Präsentation integriert und zur Diskussion gestellt.
    Nagl ~ Wintersberger 2014

    „Es ist alles eine Frage der Einstellung unseres Wahrnehmungsfeldes.“
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    Umfangreiche Foto-Dokumentation auf flickr

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    „Und deshalb, weil jede Form aus dem Endlosen, Unbegrenzten entsteht, ist Form Leerheit und Leerheit ist Form“.
    Aus: Hridayam Prajnaparamitra Sutra, „Herz-Sutra“

    Das Lamm und der Wolf (griech.: Το αρνί και ο Λύκος) ist eine Fabel, die dem altgriechischen Fabeldichter Äsop zugeschrieben wird und vom römischen Dichter Phaedrus (Lupus et agnus, Fabeln 1, 1) in Versform gebracht wurde. Die Redewendung „Kein Wässerchen trüben können bezieht sich auf diese Fabel. Der französische Schriftsteller Jean de La Fontaine griff diese Erzählung in „Der Wolf und das Lamm“ auf.

     

    Diese Fabel zielt auf das Sprichwort „Der Wolf findet leicht eine Ursache wenn er das Schaf fressen will.“ ab.

    Ein Wolf und ein Lamm stehen in einiger Entfernung an einem Bach und trinken. Der Wolf sucht vor sich selbst einen Grund, um das Lamm fressen zu können. Das Lamm verteidigt sich: „Ach, Herr!” flehte das zitternde Lämmchen, „ich bin ja erst vier Wochen alt und kannte meinen Vater gar nicht, so lange ist er schon tot; wie soll ich denn für ihn büßen.”

    Für den Wolf ist diese „Ausrede” aber nicht von Bedeutung: „Du Unverschämter!” so endigt der Wolf mit erheuchelter Wut, indem er die Zähne fletschte. „Tot oder nicht tot, weiß ich doch, daß euer ganzes Geschlecht mich hasset, und dafür muß ich mich rächen.”

    Der Wolf rechtfertigt sich selbst vor dem Lamm, um seinem schlechten Gewissen vorzubeugen. In der Psychologie spricht man hierbei von Dissonanzvorbeugung.

    Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Lamm_und_der_Wolf

     

     

    La Fontaine

    Der Wolf und das Lamm
    Des Stärkren Recht ist stets das beste Recht gewesen –
    ihr sollt’s in dieser Fabel lesen.

    Ein Lamm löscht’ einst an Baches Rand
    den Durst in dessen klarer Welle.
    Ein Wolf, ganz nüchtern noch, kommt an die Stelle,
    sein gier’ger Sinn nach guter Beute stand.

    »Wie kannst du meinen Trank zu trüben dich erfrechen?«
    begann der Wüterich zu sprechen.
    »Die Unverschämtheit sollst du büßen, und sogleich!«
    »Eu’r Hoheit brauchte«, sagt’ vor Schrecken bleich,
    das Lamm, »darum sich nicht so aufzuregen!
    Wollt doch nur gütigst überlegen,
    daß an dem Platz, den ich erwählt,
    von Euch gezählt,
    ich zwanzig Schritt stromabwärts stehe;
    daß folglich Euren Trank – seht’s Euch nur an –
    ich ganz unmöglich trüben kann.«

    »Du trübst ihn dennoch!« sprach er. »Wie ich sehe,
    bist du’s auch, der auf mich geschimpft voriges Jahr!«
    »Wie? Ich geschimpft, da ich noch nicht geboren war?
    Die Mutter säugt mich noch, fragt nach im Stalle.«
    »Dein Bruder war’s in diesem Falle!«.
    »Ich habe keinen!« – »Dann war’s dein Vetter! Und
    ihr hetzt mich und verfolgt mich alle,
    ihr, euer Hirt und euer Hund.
    Ja, rächen muß ich mich, wie alle sagen!«

    Er packt das Lamm, zum Walde schleppt er’s drauf,
    und ohne nach dem Recht zu fragen,
    frißt er das arme Lämmlein auf.

    Aus: http://gutenberg.spiegel.de/buch/4576/24

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    Das Lamm und der Wolf Session Brunn 05072014 FLICKR 078

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    Textbausteine – Gedankenmatrix
    (1) Haruki Murakami, „Wilde Schafsjagd“:
    „4. Schafe Zählen
    So wie der launische Frühlingswind den gefiederten Samen der Pflanzen mal hierhin, mal dorthin trägt, lässt sich ziellos durch das Land des Zufalls streifen.

    Mit gleichem Recht lässt sich behaupten, dass so etwas wie Zufall gar nicht existiert. Was geschehen ist, ist ohne Zweifel schon geschehen, was noch nicht geschehen ist, ist ohne Zweifel noch nicht geschehen. Wir leben, mit anderen Worten, im Augenblick mit dem „Alles“ im Rücken und vor uns dem „Nichts“, ohne Zufälle, ohne Möglichkeiten.

    In Wahrheit unterscheiden sich diese beiden Auffassungen jedoch kaum. Es sind nur – wie die meisten gegensätzlichen Auffassungen – verschiedene Namen für ein und denselben Salat.“ Seite 61

    „Diesmal zählte ich die Schafe. Aber die Wiese war so groß, und die Schafe wie Ausflügler beim Picknick so weit verstreut, dass ich, je weiter in den Hintergrund ich ging, nicht mehr genau zu sagen wusste, ob es sich nun um Schafe, oder nur um weiße Punkte handelte, dann, ob die weißen Punkte nun weiße Punkte waren oder ob mich meine Augen täuschten, und zuletzt, ob mich nun meine Augen täuschten oder ob ich auf das reine Nichts sah.“ Seite 64

    www.zeit.de/2005/17/SM-Murakami

     

    (2) Ramraj Ulrich Löwe, „Craniosacrale Heilkunst“

    „Es ist alles eine Frage der Einstellung unseres Wahrnehmungsfeldes.“ Seite 88

     

    „Long Tide (6 Zyklen pro 10 Minuten)
    Hände: Die Hände sind eins mit dem Atem des Lebens, der „Flüssigkeit in der Flüssigkeit“ (Sutherland)

    Wahrnehmungsfeld des Praktizierenden: Sehr weit ausgedehnt (bis zum Horizont)

    Geist des Praktizierenden: Sehr still und ausgedehnt

    Was wird wahrgenommen: Der Atem des Lebens wird direkt wahrgenommen; Wahrnehmung des Ganzen, keine Wahrnehmung von Details

    Heilung wird wahrgenommen als: Transformation durch Erinnern der ursprünglichen Matrix und Wiederverbinden mit dem Atem des Lebens“. Seite 84

     

    „Und deshalb, weil jede Form aus dem Endlosen, Unbegrenzten entsteht, `ist Form Leerheit und Leerheit ist Form`(Hridayam Prajnaparamitra Sutra, „Herz-Sutra“)“. Seite 88
    http://www.amazon.de/Craniosacrale-Heilkunst-Ramraj-U-Löwe/dp/3899010485

     

     

    (3) Homer, „Odyssee“
    www.youtube.com/watch?v=mL8gcuW3qFw

    (4) Reinhard Mey, „Ich möchte wie Orfeus singen“

    https://www.youtube.com/watch?v=-fXgVs2cgqY

     

     

    Illustration from The Fables of Æsop (Jacobs)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Lamm_und_der_Wolf#mediaviewer/Datei:Page_4_illustration_from_The_Fables_of_Æsop_(Jacobs).png

    The fables of Æsop (1922)
    https://archive.org/stream/fablesofsop00aeso#page/4/mode/2up

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