Willkommen in Österreich

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  • Willkommen in Österreich

    Aus der Serie Grenzsau

    Fotoserie, Burgenland März 2015

    Nagl ~ Wintersberger
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    Umfassende Dokumentation / Fotoserie auf flickr.
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    Kindheitserinnerungen an die Grenzkontrollen bei der Fahrt in den Urlaub – man macht sich besser unsichtbar, es ist unheimlich, respekteinflößend, zuerst die österreichische Grenze der Ausreise, dann erst die eigentliche Spannung der Einreise in ein anderes Land, man muss sich still verhalten, die Grenzbeamten schauen streng, verschwinden ev. sogar mit dem Pass, hoffentlich kommen sie wieder.
    Das Niemandsland zwischen zwei Staaten, immer die Faszination und der Grusel, dort durchzufahren. Was ist das? Nichts drin, wem gehört es, was wäre, wenn man hier eine Panne hätte? Ein Korridor ohne Leben, es “fadet aus und wieder ein”.
    Die Irritation über die Sichtbarkeit/Unsichtbarkeit von Grenze, besonders seit es keine offiziellen Grenzen mehr gibt (gab), ich erkenne die Grenze nicht, trotzdem ist plötzlich alles anders, die Sprache, Gesetze, Architektur, Sitten…
    Auch wo Grenzen offen sind, wo fast nichts den Übertritt deutlich macht, herrscht eine unheimliche Atmosphäre, die Unsicherheit auslöst, Respekt einfordert. Ist es blasphemisch, dort – gar in Maske – zu performen? Darf man hier überhaupt fotographieren?
    Wir sind es gewohnt, der Macht, fast Willkür von Grenzbeamten, von Kontrollorganen zu gehorchen, welche Gesetze gelten, besonders in einem anderen Land? Das Unwissen macht Angst. Die fast animalisch-archaische Gewaltbefugnis der Kontrolle (vgl. Flughafen – Reisende werden abgetastet, ausgegriffen) evoziert ein Gefühl des Ausgeliefertseins.

    Und wenige Monate nachdem wir uns frei und performend auf der Grenzlinie hin und her bewegen, werden Zäune hochgezogen, Kontrollen wieder eingeführt, die unterdrückte Willkür und Gewalt kann sich wieder Bahn brechen, wie wilde Tiere, die in einen Zwinger gesperrt waren.
    Das Schwein, das Unerhöhrte, Unerlaubte, das Sexuell-Gewalttätige, die Sau, der Hass, der Neid, der Nestbeschmutzer.

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    © Andrea Nagl 2016

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