Webern_rauschen

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  • Webern_rauschen

    Choreografisch-musikalisch-visueller Research inspiriert von Peter Ablinger´s “4 WEISS für Orchester und Rauschen” und ausgehend von Anton Webern´s Streichquartett op. 28

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    I. Soundresearch Videos

    II. Webern.Rauschen – choreografisches Konzept

    III. Webern-Matrix-Rauschen IMTA – IC\M/T / UAS St. Pölten / FH St. Pölten

    IV. Webern.Gedenken.Raster

     

    Aktuell:

    IV. Webern.Gedenken.Raster – 15. September 2020, 17.00-18.30, Youtube-Livestream-Performance anlässlich des 75 Todestages von Anton Webern. Livestream, Andrea Nagl, IMTA – IC\M/T / UAS St. Pölten / FH St. Pölten, Karlheinz Essl (WebernUhrWerk)

    Live performative Elemente vermischen sich Collage-artig mit digital virtuellen Artefakten, strukturiert vom Raster der Kompositions-Software WebernUhrWerk von Karlheinz Essl, die wiederum dem Werk Weberns seine Referenz erweist.
    Performance Kunst, elektronische Musik, digitale Medientechnologien und Forschung treten in ein kommunikatives Feld, das sich anlässlich des Todestages von Anton Webern in diesem Webern-Raster zu entschlüsseln versucht.
    Webern-Matrix-Rauschen IMTA – IC\M/T / UAS St. Pölten / FH St. Pölten Forschungsteam:
    Markus Wintersberger
    Marlen Jachek
    Christian Munk
    Clemens Baumann
    Andrea Nagl

    zur Facebook-Veranstaltung

    ➜ Ablauf WEBERN.GEDENKEN.RASTER:

    17.00
    WebernUhrWerk 1 (ca. 60sek)
    17.01
    Webern.Rauschen
    live Choreografie auf der Basis der Komposition Op. 28 von Anton Webern
    ohne Musik – der Tanz ist die Musik
    17.15
    WebernUhrWerk 2 (ca. 20sek)
    17.16
    IMTA.Avatar.Webern I (Particles)
    + Musik Anton Webern (op. 28)*
    17.30
    WebernUhrWerk 3 (ca. 40sek)
    17.31
    IMTA.Avatar.Webern II (grün / Erinnerungsspuren)
    + Sound Christian Munk
    17.45
    WebernUhrWerk 4 (ca. 20sek)
    17.46
    Webern.Erinnerung.Rauschen
    Glockner Rauschen Leben Wasser (BACH)
    + Sound Andrea Nagl
    18.00
    WebernUhrWerk 5 (ca. 60sek)
    18.01
    IMTA.Avatar.Webern III (Strichmännchen und Raum-Mix)
    + Sound Christian Munk
    18.15
    WebernUhrWerk 6 (ca. 20sek)
    18.16
    Webern.Rauschen
    live Choreografie auf der Basis der Komposition Op. 28 von Anton Webern
    mit Musik Anton Webern op.28
    18.30
    WebernUhrWerk 7 (ca. 40sek)
    ENDE
    *Juilliard String Quartet, Pierre Boulez
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    ➜ Konservierter Stream: https://youtu.be/P4-0-E3Fi1w 
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    I. Soundresearch Videos (Stand 29.2.2020)

    BACHrauschen ⎤V1 ⎡   -> youtube V1

    BACHrauschen ⎤V2 ⎡  -> youtube V2

    BACHrauschen ⎤V3 ⎡  -> youtube V3

    BACHrauschen ⎤V4 ⎡   -> youtube V4

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    II. Webern.Rauschen – choreografisches Konzept

    Beeindruckt und irritiert zugleich vom Stück “4 WEISS für Orchester und Rauschen” von Peter Ablinger, aufgeführt im Konzerthaus beim Eröffnungskonzert von WienModern, befasste ich mich meinerseits mit weißem Rauschen – und der Frage, was der Prozess der Überlagerung live gespielter Musik eines Streichorchesters mit sehr lautem, digitalen weißen Rauschen, sodass die vermeintlich wichtigere Musik kaum mehr zu hören ist, für eine visuelle Ebene von live aufgeführten Tanz bedeuten könnte.

    Auch die Rücksprache mit einigen Komponisten und Musik-affinen Menschen brachte nicht mehr zum Vorschein, als dass man – so wie die Musik nicht hören – den Tanz / die Choreografie nicht sehen kann.
    Daher ist der Plan, die durchaus ausgeklügelte Choreografie (siehe weiter unten), mehr oder weniger im Finstern zu performen. Angedacht ist eine sehr dunkle Projektion mit schwarzweißem Rauschen (wie früher des Nachts im Schwarz-Weiß- Fernsehen) oder ein “punktuelles” minimales Licht, das nur einzelne Stellen im Raum sehen lässt – sowie ein gewisser Grundklang des Orchesters auch hörbar war. Dadurch wurde der visuelle Aspekt wichtiger, wie natürlich beim Tanz bekannter Weise der akustische (besonders beim Tanzen ohne Musik).

    Das Stück von Ablinger hat 4 Sätze, 4×4 min. mit kurzen Pausen dazwischen (in Stille). Daher suchte ich nach einem musikalischen Werk, das aus möglichst kurzen Teilen besteht.

    Ich setze hierbei meine Forschung zu Neuer Musik fort, wie ich sie in den letzten 2-3 Jahren mit Musik von Karlheinz Essl betrieben habe – es ging stets um die die Verbindung von Bewegung und Komposition, um ein mich einschreiben “zwischen die Zeilen”, ein körperliches in den Raum projizieren der Partitur (also nicht einen rein klanglicher Umgang mit Musik, ein zur Musik tanzen oder einander illustrieren). Tanz und Musik, Choreografie und Komposition als gleichwertige Partner, die zusammen ein neues Ganzes schaffen.

    Bei Webern.Rauschen gehe ich vom Streichquartet Opus 28 von Anton Webern aus. Auf der Basis von analytischer Information zum Werk, der Partitur sowie der hörbaren Musik versuche ich eine “intuitiv-analytische” Übersetzung des Werkes in Bewegung/Tanz zu finden. Das Werk besteht aus drei Sätzen, einem zu ca. 4min, einer zu knapp 2min. und einer zu 2,5min.

    Die Performance ist folgendermaßen gedacht:
    Sehr helles Licht, ich stehe im Raum, dabei 10-20sek weißes Rauschen, ev. unter Hervorhebung der b-a-c-h Frequenzen (ein in Weberns Werk vorkommendes Pattern) – siehe Sound research oben. Dann erster Satz getanzt in Stille (ich bin die Musik) und weitgehender Dunkelheit. Danach ende ich an einem bestimmten Ort im Raum, verharre dort, wiederum bei hellem Licht und dem Rauschen, danach 2. Satz getanzt usw. Möglicherweise gibt es ein Intro ins Tanzen mittels Metronom Schlag, um das Tempo akkurat zu treffen.

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    Notizen zum choreographischen Research zu Anton Webern op 28:

    Choreographische Partitur und Research

    Satz I
    klingt “Horizontal”: räumlich, durch den Raum; gestisch; kontinuierliches Ganzes;
    Körperteilphrase über BACH DisECisD GesFAsG (Umkehrung, Krebs…) inkl. rythmische Phrasierung (“Adagio”)
    Anfang: Phrasierung, Rythmus, Qualität (Gesten, Essenz)
    Teile Krebs (von hinten nach vorn), Umkehrung, Spiegelung im Raum (cirka)
    Adagio/Körperteilphrase
    BACH – Motiv (im Raum geschrieben in Blockbuchstaben)
    Ansatz Anfang, Zwischenteil, Einschub (Otto Wagner, usw)
    Anfang andere Körperrichtung und Raumrichtung,
    Adagio Körperteilphrase in andere Raumrichtung
    Ende

    Satz II
    Loop, Laban Cube, statisch, kleiner Raum, Rythmus
    Zwischenteil – runder, mehr Raum, seufzend
    Loop
    Stretto

    Satz III
    Alles entsteht aus der Reihe, 3×4, 4 Körperteile als Bewegungsansatz, werden zur Basis von allem (Urpflanze), damit Krebs, Spiegelung, Diminution, Augmentation, Verschiebung, Umstellung…
    Scherzo Phrase ansatzweise rythmisches Muster übernommen
    (choreogr.) Fugenthema (3 Teile), in Folge verschachteln usw., versetzt…, z.T. analog zur Komposition (T38 Tr, 3. Teil, dann direkt 1.Teil), z.T. frei
    Rückführung, Reprise:
    “Adagio” von Satz 1 (Körperteilphrase aus Reihe)
    BACH von Satz 1
    Anfang (Scherzo) von Satz 3, plus letzter “Ton”.

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    III. Webern-Matrix-Rauschen IMTA – IC\M/T / UAS St. Pölten / FH St. Pölten

    Forschungsteam:
    Markus Wintersberger
    Marlen Jachek
    Christian Munk
    Clemens Baumann
    Andrea Nagl

    Stand 18.6.2020:

    Still Satz1 Probe 2 Kopie Video 1. Satz (Probe 5.6.2020)

    Video 2. Satz (Mix basic Avatar und Rokoko Motion Capture Suit, Session 11.6.2020)

     Video 3. Satz (Kostümvorschlag, Session 12.6.2020)

    Das choreographische Art based Research Webern.Rauschen bringt in das IMTA Forschungsprojekt eine entscheidende Fragestellung ein, die eine künstlerische Notwendigkeit aus der inhaltlichen Stringenz generiert. Diese Stringenz ermöglicht es, über ein bloßes technologisches Experimentieren hinaus zu Forschen. Das medientechnologisch versierte und ausgerichtete IMTA Forschungs-Team kann auf eine von Andrea Nagl ausgearbeiteten choreographischen Substanz aufsetzen: die zeiträumliche Bewegungschoreographie resultiert aus einer intensiven und fundierten Beschäftigung mit Anton Weberns Streichquartet Op28 (Karlheinz Essl: Das Synthese-Denken bei Anton Webern, Internetrecherche, Analyse der Partitur, intensives Hören des Werks, Gespräche mit Karlheinz Essl), so wie dem in vielen vorangegangenen Projekten von Andrea Nagl kultivierten Zugang zu Musik-kompositorischen Prinzipien (besonders: Sequitur_caleidoscopia, Sequitur_caleidoscopia ext., LamenToys) und daraus einen Ansatz für choreographisches Agieren zu suchen.

    Im Sinne einer avancierten Forschung erscheint es unumgänglich über gängige Clichés der spontanen Tanzimprovisation sowie deren technologische Verarbeitung hinsichtlich einer meist eher oberflächlichen rein ästhetisch-zeitgeistigen Interpretation hinauszugehen. Erst angesichts einer komplexen, klar festgelegten gemeinsamen theoretischen Basis (vor allem auf künstlerischer Ebene) des Experiments kann eine der anleitenden Ausgangsfragen, inwiefern spezifische Bewegungsqualität und Patterns sowie die Lebendigkeit und Feinfühligkeit des choreographischen Ausdrucks einer live im Raum und Zeit agierenden Tänzerin Mittels aktueller Motion Capture Technologien – ROKOKO Motion Capture Suit festgehalten, übertragen und transformiert, neu, aber gleichwertig bzw. mit Mehrwert ausgedrückt werden.

    In einem ersten Schritt wurden die bisherigen Eckpunkte der choreographischen Recherche und Auseinandersetzung ins Forschungsteam eingebracht – besonders Anton Webern als Komponist, das Werk Streichquartet Op 28, Prinzipien wie Reihe, Urpflanze, das B-A-C-H-Motiv, sowie graphische Übersetzungen / Übertragungen / Assoziationen / Interpretationen der Materie von Andrea Nagl hinsichtlich Tanzkomposition  – die in Folge als gemeinsame Matrix für den technologischen und künstlerischen Research dienen sollen, analog zur Reihe, aus der bei Webern alles hervorgeht (“Die Reihe sichert mir den Zusammenhang.” (S.107); “Das ist also die neulich besprochene ‘Urpflanze’! – Immer verschieden und doch immer dasselbe! Wo immer wir das Stück anschneiden, immer muss der Ablauf der Reihe festzustellen sein. Hierdurch wird der Zusammenhang gewährleistet.” (S.108);  “Das heißt aber, dass dem ganzen Quartett nichts anderes zugrunde liegt als diese bestimmte Folge von vier Tönen!” (S.112) zit. aus Essl: Das Synthese-Denken bei Anton Webern).

    Inspirierend für die weitere Arbeit auch die von Webern angesprochenen Naturassoziationen als underlaying Code, der oberflächlich nicht sofort sichtbar wird / offensichtlich ist, jedoch eine weitere gemeinsame Basis im Sinne eines assoziativen Gedankennebels bieten kann.

    Gedankennebel – Rauschen – Partikel

    Aktuelle Assoziationen in Richtung Natur: Urpflanze, Fraktal, Fibunacci, Rauschen; Frage, warum in VR so primär Natur dargestellt wird (im völlig denaturalisierten Raum); Naturassoziation = “Morph”: feinstäubliche Partikel, schwarzer Raum, Nebelmorph, amorph, Quantenflirren
    Spur: Natur-Pflanze-AN-Tanzen (AR), in Geschichte verpackt

    Nächsten Schritte: um zu wertvollem Content mit tatsächlichem künstlerischen Impetus vorzudringen und über oberflächliche technologieverliebte Spielerei hinauszugehen:

    Wie können Aspekte, die aus Überlegungen der künstlerischen Stringenz resultieren sich treffen mit Notwendigkeiten und forschungsrelevanten Aspekten der Technologie hinsichtlich Auswahl einer Figur / eines Avatars (was ist mehr als originell, cool, trendy, lustig, aber auch als bloße 1:1 Übersetzung einer visionierten Bühnenversion? Welches Kostüm und welche Gestaltung ergibt sich im Kontext Webern, der Komposition, der choreographischen Gestaltung? Wie können diese Ideen kreativ und spannend in eine digitale Welt nicht nur übersetzt, sondern erweitert werden? Was ist der künstlerische “Mehrwert” oder zumindest Sinn für die Rezipientin in einer VR Brille?

    Die Choreographie Webern.Rauschen stellt derart auch den Aufhänger, das Material dar, an dem derartige Fragen erforscht erprobt werden können, eine positive Einschränkung analog zu Weberns Reihe, die (oft im künstlerischen Prozess) Freiheit gibt, zielgerichtet und am konkreten Exempel zu forschen und experimentieren.

    Webern-Reihe (Einschränkung)-Komposition-Musik-Rauschen-Natur-Motion Capture-Räume-Choreo-Software

    Online Meeting 26.6.2020

    Experimente zu Trigger durch Raumposition bzw. rechte Hand (z.B. für Soundspur, Licht,…) in Echtzeit -> “gesteuertes Random”*) (Tänzerin weiß nicht, wann sie was triggert. Sonst wird ihre Aufgabe, aktiv zu generieren (d.h. bedienen, der Technik zu dienen), Fokus liegt jedoch auf dem Tanzen der Choreographie. Diese ist die auslösende und verbindende Matrix. Wissend, dass jeder Schritt und jede Geste eine Reaktion auslösen kann, wird die Bewegung automatisch “bewusster” und gestaltender.

    Zur Raumposition als Trigger: AN: wäre interessant hinsichtlich Raum nicht nur WO im Raum eine Bewegung stattfindet als Trigger zu fixieren, sondern auch wie weit in den Raum eine Bewegung, eine Locomotion geht, wie groß der Raumweg ist. Zusammenhang mit der Frage: wo fängt eine Bewegung an, wo hört sie auf (alte Frage).

    Experiment Verarbeitung in “unity“(real-time rendering in 3D): “Gespinst” (ähnlich zeichnen mit Tiltbrush in der VR-Brille): Bewegung zeichnet “Fäden” in den Raum, kreisförmig/rund, momentan: Füße und Hände zeichnen, ginge aber mit allen definierten Stellen. “Fäden” könnten unterschiedlich dick sein oder unterschiedlich gefärbt, je nach Tempo der Bewegung, Größe, Raumgreifendheit, usw.
    Wirkt organisch, wie Pflanze, die herauswuchert. Gespinst, Partikel, Gedanken-Nebel.
    – Könnte man die Spur invertieren? Sodass die Figur quasi ein Wurmloch hinterlässt?
    – interessant wäre Querschnitt der Form/entstehenden Skulptur, oder mit Kamera durchfahren,
    – auch: aus dem Körper AN rausschauen/Blick von AN beim Bewegen – 1st person view (vgl. “research perspective”/AN) / für die VR-Brille verschiedene (wählbare) Positionen, aus denen man den Tanz anschaut und die Gespinste, Blick von oben, innen, außen, invertiert,… – fast wie wissenschaftliche App., wo man verschiedene Perspektiven erforschen kann.

    AN: interessant wäre das digital entstehende “Gespinst”, die Skulptur, die Zeichnung als 2D Bild/Projektion bzw. 3D Modell/Bühnenbild in einem live Performance-Setting.
    Und: wie schauen die verschiedenen Sätze aus? Welche Form, Skulptur machen “sie” durch die aufgrund der musikalischen Komposition choreografierte Bewegung?

    Frage des Kostüms bei einer Live-Performance (Motion Tracking Anzug begünstigt nicht die Aussagekraft der Bewegung, braucht somit adäquates Bühnenkostüm), sowie des Avatars: im Kontext des Gespinst-Zeichnens gut Morphsuit und “leerer, neutraler” Raum bzw. abstrakt, “Morph”, Partikelwolke.
    In einem komplexeren Raumsetting/XR Space (fotogrammetrierte Spaces, Atelier, Stift Melk, Videostudio FHStP…) muss auch der Avatar dem Setting angepasst werden und wäre ein “Gespinst-Zeichnen” zu viel.
    Zu entscheiden ist auch die Veränderung von Avatar und Raum über die Zeit – Storyline, Genese, Inhalt.
    AN: derartige Entscheidungen sollten entlang der vorgegebenen Prämissen aus Weberns Streichquartet erarbeitet werden.

    Thema: unnatürlicher, seltsamer Gang des Avatars: AN analysiert, dass dies primär aus einer unklaren Knieposition der digitalen Übersetzung der Bewegung entsteht, der Avatar verharrt in einem diffusen Dazwischen von gestreckt und gebeugt. Auch für derartige Analysen kann die Zusammenarbeit mit einer Tänzerin und Tanzpädagogin von Vorteil sein, da es für diese Teil ihres Berufsalltags ist, Bewegung(smuster) zu analysieren und bei Lernenden herauszuarbeiten, warum eine Bewegung nicht so wie erwünscht aussieht bzw. von wo ein Bewegungsansatz ausgeht.
    Die Problematik der immer irgendwie zwischen gebeugt und gestreckt sich befindlichen Knie sei typisch für Computeranimationen und resultiert aus dem “Versuch” der Software, die aufgezeichnete Bewegung zu interpretieren und auszugleichen (z.B. Füße sollen Bodenkontakt haben). Dadurch entfernt sich die Bewegungsqualität des Avatars in manchen Aspekten stark von der live Bewegung der Tänzerin – dies berührt eine Kernfrage des Forschungsprojekts: inwieweit lässt sich die Feinfühligkeit einer spezifischen tänzerischen Bewegungsqualität auf einen technische generierten Avatar übertragen? Somit: was lässt Bewegung und Körper “real” aussehen, was Computer-like?

    AN: weiterforschen -> zb Knie wichtig. Essenz herausfiltern. Anatomie und Funktionalität der Bewegung, Biomechanik usw. Hinsichtlich Tanz noch komplexer und gleichzeitig einfacher, weil Bewegung “artifiziell” im Vergleich zum Alltag. AN “vermessen” für perfekten Avatar.

    *) Assoziation zu gesteuertem Random: Noise/Rauschen – definiert in der Computergraphik – organische Strukturen durch etwas random, aber nicht ganz (sonst unnatürlich) – vgl Naturanalogie Webern, konstruiert, mathematisch, aber auch organisch.

    **) Foto grüne Gespinste – Unity Programmierung: Marlen Jachek

     

    Meeting 14.7.20 Atelier:

    Im Kontext der Forschungsfrage – Wiedererkennbarkeit der tänzerischen Identität und persönlicher Muster der Körpersprache – wird deutlich, dass aufgrund technischer Voraussetzungen der Avatar nicht im Stande ist, die Komplexität einer hoch differenzierten, professionellen Tanzsprache akkurat wiederzugeben: Hauptmerkmal sind stets leicht/diffus gebeugte Knie des Avatars, auch wenn die Tänzerin mit gestreckten Beinen steht bzw. im Wechsel von Beugen und Strecken der Knie geht.

    zB ein Bein vom Knie heben, Standbein gestreckt – Avatar beugt das Standbein, nach einiger Zeit des Stehens, streckt er es auch (meistens).

    Wenn ich mit gebeugtem Standbein hebe und auch gebeugt bleibe, streckt er zT auch.

    Dh ein Teil der Forschungsfrage beantwortet – kann in der Komplexität und Feinheit nicht übertragen werden.

    Künstlerische Überlegungen:

    Projektion mit Schnüren/Gespinst – ohne Avatar, sonst 1:1. Aber: irgendwie zu flach, schwer wirklich Zusammenhang zu sehen. Ev. von oben?

    AN: wie wäre es, es (wie online Meeting) in Logik der Kompositionsstruktur zu drehen, Perspektive zu verändern.

    Sound: kein Pattern am Boden. Auch Auslösung randomisiert, sonst doof, weil ich´s weiß. Bzw. für Betrachter egal, ob ausgelöst technisch, oder “gefahren”.

    Sollte noch erkennbaren Zusammenhang haben.

    -> Bewegungspatterns – Bewegungsdatenbank, einzelne Bewegungen abspeichern – Webern Code herausfinden, nach dem neu zusammensetzen (vgl. Diss);
    Was ist der Sinn, wer soll es verwenden? Davon hängt Definition von “Bewegung” ab – ist es ein möglichst kleiner Schnipsel oder ein “Motiv”?

    Sätze übereinander legen, Mittelwert (Vgl. Webern: Essenz)

    Pflanzenpattern als “Gespinst” (vgl. Garten Ars)

    Partikelrauschen/noise – wäre cool auf 360Grad Leinwand rundum

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    Andrea Nagl © 2020

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  • 2 thoughts on “Webern_rauschen

    1. Am 15. September 2020 jährt sich Weberns Todestag zum 75. Mal! Wäre das nicht DIE Gelegenheit, mit deiner Performance (ob live oder online) seiner zu gedenken?

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